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20. Interkulturellen Wochen in Lübeck

VON:IKB - HAUS DER KULTUREN LÜBECK

Auch im Jahr 2009 werden in Lübeck die "Interkulturellen Wochen" veranstaltet - und zwar vom 3. September bis zum 11. Oktober. Und doch ist dieses Mal vieles anders als in den Jahren zuvor. Die Veranstaltergemeinschaft, bestehend aus in der interkulturellen Arbeit tätigen sozialen, kulturellen, kommunalen und gewerkschaftlichen Institutionen und Organisationen, wollen noch mehr Lübecker mit ihrem Programmangebot erreichen.

"Partizipation fördern – Gemeinsam gestalten" so lautet der Leitgedanke der Interkulturellen Wochen Lübeck 2009. Die Veranstaltergemeinschaft begreift die Vielfalt an Religionen und Kulturen in Lübeck als Chance für ein spannendes und bereicherndes Miteinander.

Gegen die Trägheit
Geleitwort zu den Interkulturellen Wochen 2009 in Lübeck


Wahres Wissen ist, die Grenzen der eigenen Ignoranz zu kennen.
Konfuzius (chinesischer Philosoph)
Bei uns gibt es ein Recht auf  Unterschiede, aber kein unterschiedliches Recht.
Johannes Rau (ehemaliger Bundespräsident)

Tradition ist wie eine zweite Haut. Sie ist das unterbewusste Maß von historisch gewachsenen Werten und Normen, Verhaltensregeln und der Identifikation mit der Umgebung, wo Menschen leben. Über Generationen wird so das Gefühl von Zugehörigkeit erzeugt. Wer dazugehört, akzeptiert die Tradition und umgekehrt. So wird die Stabilität einer Gemeinschaft gefestigt. Es zeigt sich aber auch Trägheit oder sogar Ignoranz, wenn von innen und insbesondere von außen solche Traditionen unter Veränderungsdruck kommen.  Nicht so sehr durch ökonomische und technische Entwicklungen, sondern durch soziale Mobilität und, diese begleitend: kulturelle Dynamik.

Und da ist die Hansestadt Lübeck seit dem Ende des II. Weltkriegs mit vielen Veränderungen konfrontiert: Einwanderungen von Flüchtlingen und Arbeitsmigranten innerhalb der Traditionen aus Backsteingotik und Renaissancearchitektur (nun ein UNESCO-Weltkulturerbe) erweiterten das Profil der Gemeinschaft um Nationalitäten und Sprachen aus mehr als 150 Ländern bzw. mit  etwa 38.000 Zugewanderten. Die meisten kommen aus der Türkei, Polen, der Ukraine und Russland. Nicht berücksichtigt sind in dieser Statistik bereits eingebürgerte Migrantinnen, Migranten und andere kulturelle Minderheiten mit deutschem Pass. 

Es dauerte aber knapp ein halbes Jahrhundert, bis die Interessen der Migrantinnen, Migranten und anderen Minderheiten gegen die Trägheit einheimischer Traditionen berücksichtigt wurden. Indem Zugewanderte nicht nur  kultureller Dynamik vertrauten, sondern beharrlich einen dauerhaften Dialog der Kulturen organisierten, konnten seit dem Jahr 2000 das Haus der Kulturen (von der UNESCO als interkulturelles Projekt anerkannt und ausgezeichnet) und seit 2007 ein politisches Forum der Migranten in der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck etabliert werden.  

Diese Institutionen sind äußere Symbole für eine Akzeptanz kultureller Veränderungen durch soziale Mobilität. Dennoch sind die Veranstaltungen zu den Interkulturellen Wochen in der Hansestadt Lübeck notwendig, um die Begegnung und den Austausch von Einheimischen und Zugewanderten kontinuierlich zu fördern und so das Recht auf Unterschiede von Kulturen mit den Traditionen in der Hansestadt Lübeck zu vereinbaren.


Team des Haus‘ der Kulturen
AK Interkulturelle Zusammenarbeit in Lübeck

                   Gesamtprogramm können Sie hier als pdf-Dokument herunterladen.                            20. Interkulturelle Wochen 03.09.-11.10.2009